Im Jahre 1926, in der Zeit als die Bürger von Ensen-Westhoven noch an den Nachwehen des 1. Weltkrieges litten, entstand am 9. Juli 1926 aus dem Kegelclub „Erholung“ die St. Sebastian Schützenbruderschaft Ensen-Westhoven.

Alle Schützenbruderschaften sind mit der katholischen Kirche eng verbunden und haben einen Schutzpatron. Unsere Bruderschaft wählte den hl. Sebastian als Schutzpatron.

Ursprünglich hatten die Schützenvereine die Aufgabe, in Kriegsjahren ihre Heimatorte vor Plünderern und Unrecht zu schützen. Durch die Jahrhunderte hindurch prägte sich jedoch ein anderes Bild einer Schützenbruderschaft. Neben dem eigenen Fest, dem Schützenfest für alle Bürger, rückte das kirchliche Leben in den Vordergrund. Denn das Motto jeder Schützenbruderschaft heißt: „Glaube, Sitte, Heimat“. Grundsätzlich werden das Schützenfest und das höchste Fest der Bruderschaft, nämlich das Patronatsfest, mit dem Gottesdienst begonnen.

Noch bis Anfang der siebziger Jahre gab es strenge Aufnahmeregeln. Aufgenommen wurden nur Männer, die katholischen Glaubens waren und man durfte nicht geschieden sein. Im Jugendbereich wurden auch Mädchen aufgenommen, mit Erreichen des 23. Lebensjahres mussten sie die Bruderschaft wieder verlassen. Das hat sich in heutiger moderner Zeit wesentlich geändert. Mitglied können alle Frauen und Männer werden, egal welchen Glaubens sie sind.

Vier Tage im Jahr feiern die Bürger und Schützen von Ensen-Westhoven ihr Schützen- und Volksfest.

Vor dem 2. Weltkrieg befand sich der Festplatz und das Schützenhaus am Verschiebebahnhof, neben dem Hasenbergtunnel, in dem nach der Schließung des Tunnels viele Jahre die Karnevalswagen untergebracht waren. Nach einem schweren Bombenangriff auf den Verschiebebahnhof wurde das Schützenhaus und die Schießbahnen vollkommen zerstört.

Nach dem Kriege wurde der Schützenfestplatz in die Ortsmitte auf unseren Marktplatz verlegt, was aber ab 1983 die Anwohner störte. Dank der Familien Esser und Jakob Schmitz wurde der Festplatz auf deren Grundstück in die Annastraße verlegt, direkt neben dem Schützenheim. Als dieses Gelände 1990 Bebauungsgebiet wurde, verkauften die Schützen ihr Grundstück und der Schützenverein zog zur Gremberghovener Straße 13, wo 1998 ein neues Schützenheim mit Festplatz und unterirdischen Schießbahnen eingeweiht wurde. Das Schützenheim verfügt auch über zwei Festsäle, die für Feiern jeglicher Art gemietet werden können.

Die 12 Luftgewehr-Schießbahnen und die drei Kleinkaliber-Schießbahnen wurden bis 2017 noch mit Seilzügen betrieben. Im September 2017 begann die Modernisierung der Schießbahnen im Kleinkaliberbereich, im Januar 2019 wurden auch die 12 Luftgewehrbahnen umgebaut. Heute verfügt die Bruderschaft über die modernsten computergesteuerten elektronischen Schießanlagen im Bereich Köln, wo die Schützen und Gäste die Schießergebnisse auch auf Großbildleinwand verfolgen können.

Bürger, die sich für den Schießsport interessieren sind immer herzlich Willkommen.

Unsere große Jugendabteilung aus den 70. bis 90. ziger Jahren wurde mit der Zeit erwachsen, Nachwuchs kam nicht und irgendwann gab es keine Jugendabteilung mehr. 2015 kamen neue junge Mitglieder in die Bruderschaft. Sie ließen die Jugendabteilung mit Ehrgeiz und viel Arrangement wieder aufleben, mit jungen Nachwuchsschützen (Bambinis), die mit Lasergewehren den Schießsport trainieren. Waren es 2017 noch 5 Jungschützen sind es 2019 bereits 12, die mit viel Ehrgeiz und Talent den Schießsport ausüben. Ab 12 Jahren dürfen die Jugendlichen auch mit einem Luftgewehr trainieren und an den Meisterschaften teilnehmen. Heute 2026 hat die Jugendabteilung 22 Jungschützen. Insgesamt hat unsere Bruderschaft 128 Schützen und Sportschützen sowie 50 Freunde und Gönner die den Verein mit ihren freiwilligen Mitgliedsbeitrag unterstützen.

In den Jahren 2018 und 2019 begann die Bruderschaft dann mit dem Ausbau und der Umgestaltung der Außenanlagen. Es wurde ein neues Gerätehaus gebaut mit angrenzender Zaunanlage, die Parkflächen wurden verdoppelt, ein Stellplatz für den Ausschankwagen zum Schützenfest wurde plattiert, zusätzlich Abfluss und Stromanschlüsse verlegt. Zur optischen Gestaltung bekam der Erdwall eine Böschungsmauer. In den Jahren 2023 bis 2026 wurde das Vereinshaus mit finanzieller Unterstützung des Sportamtes der Stadt Köln und dem Land NRW modernisiert. Es wurde ein Aufzug eingebaut, der es Schützen und Gästen mit Behinderung ermöglicht die unterirdischen Schießbahnen aufzusuchen. Ebenso wurde das Treppenhaus komplett neu gestaltet. Auch ein Vereinsbus wurde angeschafft mit dem unsere Mannschaften zu den Wettkämpfen und Meisterschaften fahren. 2026 feiert unsere Bruderschaft das 100 jährige Bestehen mit einem großen musikalischen Event, mit Auftritten von kölschen Karnevalbands zum Schützenfest Ende August.

Info:
St. Seb. Schützenbruderschaft
Heino Bauermeister, Geschäftsführer
Ensen-Westhoven 1926 e. V.
Geschäftsstelle: Gilgaustr. 17,
51149 Köln
Tel: 0174- 1742052
E-Mail: hpbauermeister@t-online.de

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